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Keime unter dem Mikroskop

EINBLICK: KEIMSCHLEUDER AUS DER HOSENTASCHE

FOTO SCIENCEPHOTO (BAKTERIEN); GETTY IMAGES/WACHARA KIREEWONG/EYEEM (HANDY)

—— Kaum einen Gegenstand berühren wir im Alltag so häufig wie unser Smartphone – auch deshalb zählen sie zu den größten Keimschleudern überhaupt.

Kurz noch eine Mail beantworten, mal eben die News checken und dann noch schnell ein Foto hochladen: Kaum einen Gegenstand berühren wir im Alltag so häufig wie unser Smartphone – und kaum einer ist mit Nutzerumfragen so umfassend erfasst. Angeblich mehr als 50 Mal greifen die meisten von uns täglich zum Handy, rund 2.500 Mal berühren wir den Bildschirm. Ein Gesundheitsunternehmen will sogar herausgefunden haben, dass neun von zehn Menschen ihr Smartphone auch auf der Toilette benutzen. Kein Wunder also, dass Smartphones trotz ihrer glatten Oberflächen im normalen Leben zu den größten Keimschleudern überhaupt zählen. Die Geräte bleiben dauerhaft warm und wandern immer wieder von der Hand zum Gesicht. Bereits vor einigen Jahren beherbergten Handys laut einer Untersuchung des britischen Verbrauchermagazins „Which?“ 18-mal mehr potenziell schädliche Keime als ein Spülgriff am WC. Streptokokken, Kolibakterien, multiresistente MRSA-Keime oder auch das neuartige Sars-CoV-2-Virus können sich in kleinsten Kratzern und Spalten einnisten, dort mehrere Tage überdauern und sich je nach Keim auch vermehren. Unser Foto zeigt eine 4.000-fach vergrößerte und kolorierte Aufnahme von Smartphone-Keimen durch ein Rasterelektronenmikroskop.

Um die Keimbelastung des Smartphones in den Griff zu bekommen, empfehlen Experten eine Art Handyhygiene: Es hilft bereits, das Gerät ein- bis zweimal pro Tag mit einem Mikrofasertuch, wie es auch zum Brilleputzen verwendet wird, und lauwarmem Seifenwasser abzuwischen. Noch effektiver sind spezielle Reinigungs- und Desinfektionstücher oder -sprays. Sie greifen das Handydisplay nicht an, töten aber trotzdem Viren und Bakterien ab. Vorsicht ist dagegen bei Glasreinigern und purem Alkohol geboten: Sie können die Schutzschicht moderner Bildschirme zerstören.

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Handyhygiene

Sehen sauber aus, beherbergen aber Dutzende Keime: Smartphones gehören zu den dreckigsten Alltagsgegenständen überhaupt – und sollten deswegen regelmäßig gereinigt werden.

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